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Einigung der Metall-Tarifvertragsparteien in Nordrhein-Westfalen

Tarifabschluss für Krisenmanagement - Innovative Instrumente für Beschäftigungssicherung

Als richtungsweisend und innovativ hat der Arbeitgeberverband Lippe e.V. den in Düsseldorf erzielten Abschluss in der Metall- und Elektroindustrie bewertet. Der Hauptgeschäftsführer des AGV Lippe und Mitglied der Verhandlungskommission der Arbeitgeber, Marc-Henning Galperin, erklärte heute in Detmold: „ Die nordrhein-westfälischen Tarifvertragsparteien haben mit dieser schnellen und friedlichen Einigung einen kühlen Kopf in wirtschaftlich schweren Zeiten bewiesen“. Der neue Tarifvertrag „Zukunft in Arbeit“ (ZiA) gebe den Unternehmen mehr Möglichkeiten Arbeitsplätze zu sichern.

Der Tarifvertrag ZiA ermöglicht den Unternehmen die Kosten der Kurzarbeit zu senken. Zum einen können tarifliche Sonderzahlungen kurzarbeitergeldfähig gemacht werden, zum anderen besteht die Möglichkeit nach Auslaufen der gesetzlichen Kurzarbeit die Arbeitszeit auf bis zu 26 Stunden abzusenken mit einem entsprechenden Teilentgeltausgleich für die Arbeitnehmer.

Als entscheidenden Faktor nannte Galperin allerdings die Regelung der Entgelterhöhung: „Dies ist der wichtigste Faktor zur Arbeitsplatzsicherung. Sie sieht vor, dass die im April auslaufenden Entgelt-Tarifverträge um elf Monate verlängert und bis zum 31.03.2011 nicht erhöht werden.“ Die Beschäftigen erhalten stattdessen eine Einmalzahlung in Höhe von 320 Euro. „Den Unternehmen bleiben damit zunächst in dem für sie besonders kritischen Jahr 2010, neue dauerhafte Belastungen erspart. Der Tarifabschluss gibt den Unternehmen die jetzt notwendige Planungssicherheit.“ Erst am 1. April 2011 werden die Entgelte um 2,7 Prozent für zwölf Monate bis zum 31. März 2012 erhöht.

Die prozentuale Anhebung ab 1. April 2011 sei gerade noch vertretbar, weil die Gesamtbelastung der Unternehmen über eine lange Laufzeit verteilt werde und verlässliche Rahmenbedingungen sowie Planungssicherheit für insgesamt mehr als 25 Monate gewährleistet würden. Auch beinhalte der Tarifvertrag wieder differenzierende Elemente, die firmenindividuelle Anpassungen erlaubten.

Abgesehen von den Inhalten sei aber auch das Verfahren besonders bemerkenswert, erklärte Galperin. Zum ersten Mal sei es gelungen einen Tarifabschluss vorzeitig und ohne die üblichen Rituale zu erzielen: „Damit haben die Tarifvertragsparteien verantwortungsvoll und besonnen in einer schweren Krise gehandelt“.


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